St. Leonhard Kapelle

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Innenansicht der St. Leonhard's Kapelle auf der Homepage frag-den-spatz.de  

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Im Jahre 1490 geweiht, steht sie seit nunmehr als 500 Jahren am Südrand des alten Söflinger Ortskernes. Am Eingang zum Friedhof, der 1626 eingerichtet wurde, ist die Kapelle seit Jahrhunderten ein Ort der Besinnung und der inneren Einkehr. Die Gemeinde trifft sich dort heute noch zum täglichen Rosenkranzgebet (Mo. - Sa. 17.00 Uhr bei Sommerzeit, 16.30 Uhr bei Winterzeit), montags zur Laudes, und einmal im Monat zur Komplet.

Mehr zur Geschichte finden Sie hier...

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Hl. Maria im linken Seitenaltar Hochaltar  

Seitlich an den Wänden des Kapellenschiffes hängen 7 Gemälde, welche die 7 Schmerzen der hl. Jungfrau darstellen:

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Weissagungen Simeons bei der Darstellung Jesu im Tempel Flucht nach Ägypten Der wiedergefundene Jesus lehrt im Tempel Der gegeißelte und zum Tode verurteilte Gottessohn trägt sein Kreuz nach Golgotha
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Jesus, Gottes und Marias Sohn, leidet am Kreuz Der ermordete Gottessohn in den Armen seiner Mutter Jesus wird zu Grabe getragen  

 

Baugeschichte

Obwohl die Sankt-Leonhard-Kapelle vermutlich älter ist, gilt 1490 als Jahr der Einweihung, wie bis zur Renovierung 1948/4 aus einer Schrift am Chorbogen zu lesen war. Chor und Schiff wurden aus Bruchstein erstellt, während der Tur - aus Backsteinmauerwerk - erst später angefügt wurde.
Bei den ersten, umfangreichen Renovierungsarbeiten 1749 bekamen die gotischen Fenster an den Schrägseiten des Chores, die 3m hoch und 1m breit waren und bis auf 1m über den Boden hinabreichten, ihr barockes Aussehen. An der Nordseite wurde ein 2. Eingang angebracht, und die Sakristei angebaut.
Am 9. August 1944 wurde die Kapelle beim Fliegerangriff schwer beschädigt. Bei der Restaurierung 1948/49 durch den Restaurator Kneer aus Munderkingen konnte das Deckenfresco von Fraidel, siehe auch "Inneres der Kapelle", leider nicht mehr erhalten werden. Deshalb wurde eine Holzkassettendecke angebracht. Außerdem wurde das Mauerwerk entfeuchtet und der Eingang an der Südseite zugemauert und auf die Westseite verlegt.
1978/79 mußte die Mauer erneut entfeuchtet werden. Gleichzeitig wurden das Kircheninnere und die Altäre - diese von Restaurator Rau aus Wiblingen - restauriert.

Inneres der Kapelle

Der Hauptaltar ist durch eine Weihe aus dem Jahre 1663 beurkundet. Die von einem unbekannten Künstler in Öl gemalte Holztafel am Altartisch zeigt den jungen Johannes mit dem Kreuzstab und Lamm, begleitet von zwei Engeln.
Der Altaraufsatz wird aus vier Säulen mit Rokokokapitellen gebildet. In der linken Nische steht der hl. Franz Xaver, gest. 1552, einer der größten Missionare der damaligen Zeit. Die rechte Nische zeigt die hl. Katharina von Siena, gest. 1380,. Beide Figuren stammen wohl aus dem Jahr 1749. sie sind 1m hoch und aus Lindenholz gearbeitet. Die beiden Putten rechts und links davon stammen aus dem Jahr 1754.
Auf dem Tabernakel ruht vor einer Strahlengloriole das Lamm auf dem Buch mit sieben Siegeln.
Das Hochaltarbild (Öl auf Leinwand) des Söflinger Malers Johann Baptist Enderle zeigt der hl. Leonhard als Patron der Gefangenen, der Kranken und der Haustiere und ist mit der Jahreszahl 1754 signiert.
Das Aufsatzbild am Hochaltar - ebenfalls von Enderle - zeigt die Heilige Dreifaltigkeit.
Das südliche Altarbild stammt ebenfalls von Enderle. Es ist in Öl auf Leinwand gemalt und 1762 signiert. Enderle hat hier die Taufe Christi im Jordan durch Johannes gemalt.
Der Marienaltar an der Nordseite trägt die Figur der Maria Immakulata. Sie ist 115cm hoch und aus Lindenholz. Im Auszugbild darüber ist das Auge Gottes im Strahlenkranz zu sehen.
1754 wurde der Hauptaltar verändert, 1852 wurde die Kanzel abgebaut.
1900 entfernte man die drei Altäre und erwarb für 840 Mark neue. Im selben Jahr wurde Sankt Leonhard vom Söflinger Maler Alois Fraidel audgemalt. Das Deckengemälde zeigt das "Jüngste Gericht", das aber bei der Bombardierung 1944 so stark beschädigt wurde, dass es nicht erhalten werden konnte. Fraidels Zyklus "Die sieben Schmerzen Mariens" ist zum Glück erhalten geblieben.
1909 entdeckte der damalige Pfarrer Schöninger bei einem Maler in Erbach die drei ursprünglichen Altäre und kaufte sie für 700 Mark zurück. Sie wurden dann wieder in der Kapelle aufgestellt.
Im Winter 1926 wurde festgestellt, dass das Hochaltarbild Schimmel angesetzt hatte. Durch den Maler Konrad Albert Koch wurde das Altarbild und auch das Aufsatzbild restauriert. Ebenfalls restauriert wurden die drei Stationen von enderles Kreuzweg und das Bild "Maria vom guten Rat", das heute in der Pfarrkirche hängt.
Über dem Nordeingang steht die geschnitzte figur des hl. Leonhard mit Bischofsstab und Kette, Symbol des Patrons der Gefangenen. An der Südseite befindet sich der hl. Antonius von Padua mit Buch und Kind.
Die Bänke wurden 1948 erneuert. Die Bankwangen von 1720 sind aus Eiche und stammen aus der 1804 abgebrochenen Jakobskirche am Gemeindeplatz.
1963 wurden zwei neue Glocken angeschafft.

Nutzung

Die Sankt-Leonhard-Kirche war ursprünglich eine Dorfpfarrkirche. Durch einen Gemeindevertrag vom 1.8.1400 wurden aber alle pfarrlichen Geschäfte von der Ulmer Münsterpfarrei versehen. Söflingen war also eine Filiale von Ulm, und die Söflinger waren verpflichtet, an Kirchweih und an anderen bestimmten Tagen den Gottesdienst im Münster zu besuchen.
Mit der Reformation löste sich dieser Filialverband auf. Die Ulmer Münstergemeinde war evangelisch geworden, während die Söflinger katholisch blieben. Deshalb übergab 1544 der Bischof von Konstanz den aus Ulm vertriebenen Franziskanern die Söflinger Seelsorge. Die Franziskaner waren im Beichthaus des Clarissenklosters - dem heutigen Forsthaus - untergebracht und wurden auch vom Kloster aus versorgt.
Erst 1626 wurde der Friedhof bei der Kirche angelegt. Bis dahin waren die Söflinger in Ulm beigesetzt worden.
Seit 1876 wurde Sankt-Leonhard auch von den evangelischen Christen genutzt, die 1836 noch 35 Personen zählten, 1866 schon 269 Personen und 1895 bereits 950 Personen. 1898 erfolgte dann die Grundsteinlegung der evangelischen Christuskirche und 1901 deren Einweihung.

Außenbild

Das Wandgemälde an der Nordseite war im Laufe der Zeit beschädigt worden und wurde 1950 von Kunstmaler Josef Braun aus Wangen/Allgäu in der ursprünglichen Form neu gemalt. Es zeigt von links nach recht die drei Heiligen Antonius, Leonhard und Eligius.
Antonius war Eremit in der Wüste Oberägyptens. Er ist mit einer Glocke und einem Schwein zu seinen Füßen dargestellt und ist der Patron der Haustiere, der Schweinehirten und der Totengräber.
Leonhard lebte im 6. Jahrhundert in Frankreich und ist der Patron der Gefangenen, der Kranken und der Haustiere.
Eligius war zunächst Goldschmied von Beruf und wurde später Bischof von Najon. Er starb 660. Er gilt als Wohltäter und Gründer von Kirchen und Klöstern und ist der Patron der Goldschmiede und Schlosser und hilft gegen Pferdekrankheiten.